Wir fordern ein faires Verfahren für Berta Cáceres und den COPINH

Dieses Schreiben wird auf Spanisch versandt und mit Kopien an die Richter des Gerichtshofs, den Präsidenten der Justizbehörde von Honduras, den COPINH sowie Abonnent*innen verschickt.

Die Unterzeichnenden haben den Fall der Ermordung von Berta Cáceres und den Mordversuch an Gustavo Castro seit dem 2. März 2016 aufmerksam verfolgt. Noch nie zuvor waren die Scheinwerfer der ganzen Welt auf ein solches Ereignis gerichtet. Honduras stand im Rampenlicht der internationalen Gemeinschaft und hat eine beeindruckende Zahl von Verletzungen der Rechte der Opfer während des Prozesses sowie Verstöße gegen seine eigenen Verfahrensregeln beobachten müssen.

Es ist offensichtlich, wie das Verhalten der Staatsanwält*innen Ingrid Figueroa, Melissa Aguilar, Javier Núñez, David Salgado, Roger Matus, Roberto Blen unter der Leitung des Generalstaatsanwalts Oscar Chinchilla, eine böswillige Behinderung des Gerichtsverfahrens bedeutet hat. Die Erstellung von Gutachten sowie ein ordungsgemäßes Verfahren wurden behindert, Informationen unterschlagen, bei Ermittlungen fahrlässig gehandelt, die Untersuchung von Beweismitteln erschwert sowie um jeden Preis verhindert Beweise für Einbrüche unter Beteiligung von DESA und der Atala-Familie zu untersuchen.

Immer wieder hat sich die Staatsanwaltschaft geweigert, die für den Prozess der Wahrheitsfindung notwendigen Informationen und Beweismittel vorzulegen. Dies war die Regel des Verfahrens und bedarf dringend einer Korrektur.

Die honduranische Regierung hat sich geweigert, eine unabhängige Kommission einzusetzen, um eine angemessene Untersuchung der Strafverfolgung zu gewährleisten. Nun werden die Konsequenzen deutlich.

Darüber hinaus haben Esther Carolina Flores, José Anaím Orellana und Delia Lizeth Villatoro, die für die Lösung dieses ersten Gerichtsverfahrens zuständigen Richter des Gerichtshofs, es verhindert, dass der COPINH als Opfer anerkannt wird, obwohl offensichtlich ist, dass der grundsätzliche Akteur als Verteidiger der Menschenrechte das indigene Kollektiv ist; außerdem haben sie den Vorschlag von Kronzeugen, die das Handeln von DESA-Mitarbeitern angesichts von Verbrechen bezeugen nicht zugelassen und weigern sich, die Anhörungen und den Prozess live zu übertragen. Wir fragen uns, wer sind Nutznießer*innen der Tatsache, dass im Prozess der Kontext des Verbrechens an Berta nicht bekannt gemacht und bewiesen wird?

Wir sind auch besorgt über die diskriminierende und rassistische Behandlung durch die Behörden des Obersten Gerichtshofs von Mitgliedern des COPINH, die Gerechtigkeit fordern und ihr Recht auf Wahrheit ausüben, indem sie die Anhörungen beobachten, aber wegen ihrer Herkunft misshandelt werden. Die Einhaltung der Garantien für die Teilnahme des durch den COPINH vertretenen Lenca-Volkes am Gerichtsverfahren sollte eine Priorität darstellen und die transzendentale Bedeutung dieses Prozesses verstehen.

Die honduranische Regierung hat sich geweigert, eine unabhängige Kommission einzusetzen, um eine angemessene Untersuchung der Strafverfolgung zu gewährleisten. Nun werden die Konsequenzen deutlich.

Der honduranische Staat hat die Pflicht und die Möglichkeit, der Welt durch dieses Gerichtsverfahren zu zeigen, dass es möglich ist, die Straflosigkeit zu bekämpfen. Dass es in Honduras Rechtsstaatlichkeit und eine unabhängige Justiz ohne andere Interessen als das Streben nach Gerechtigkeit, Wahrheit und der Gewährleistung der Menschenrechte gibt, deshalb fordern wir, dass dieser Prozess nicht nur die Geschehnisse vom 2. März 2016, sondern auch den gesamten Hintergrund und Kontext, in dem dieses Verbrechen gegen Berta Cáceres, die Generalkoordinatorin des COPINH und anführerin des indigenen Volkes der Lenca, aufklärt.

Wir hoffen, dass sie diese Pflicht erfüllen und die Schulden an die Opfer dieses verwerflichen Verbrechens zahlen werden.

Hochachtungsvoll,